Raiffeisenbank Offenbach-Bieber plant einen Zusammenschluss mit der Volksbank Dreieich

Die Raiffeisenbank eG Offenbach/M.-Bieber und die Volksbank Dreieich eG haben eine Kooperationsvereinbarung mit Verschmelzungsabsicht geschlossen. Durch den Zusammenschluss will die Raiffeisenbank ihren Standort in Offenbach-Bieber und die Arbeitsplätze langfristig sichern und zugleich die Versorgung mit qualifizierten Finanzdienstleistungen für ihre Mitglieder und Kunden weiter ausbauen. Für die Volksbank Dreieich bietet die Fusion die Chance, ihr bewährtes Konzept mit eigenständigen Beratungscentern für regionale Märkte weiterzuentwickeln. Daher soll auch der traditionsreiche Name Raiffeisenbank eG Offenbach/M.-Bieber erhalten bleiben.

„Für uns bietet diese Verschmelzung die historische Chance, unseren Charakter als Ortsbank für Bieber zu erhalten und zugleich mit der Stärke unseres Partners die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen“, erläutert Vorstandssprecher Karlo Uhlein von der Raiffeisenbank. „Hoher Investitionsbedarf für die Digitalisierung, steigende Kosten durch überbordende Regulierung und anhaltender Margendruck durch die EZB-Negativzinsen erfordern neue Antworten. Für die Raiffeisenbank mit ihren 19 Mitarbeitern, bei einer Bilanzsumme von knapp 134,6 Millionen Euro, sind diese Herausforderungen nicht mehr allein zu bewältigen“, stellt Uhlein weiter fest. Viele Volksbanken und Raiffeisenbanken reagieren darauf mit dem Zusammenschluss zu größeren Einheiten. Im Zuge dieser Entwicklung ist die Zahl von bundesweit fast 1.800 im Jahr 2000 auf 814 Ende 2020 zurückgegangen. Die durchschnittliche Bilanzsumme einer Kreditgenossenschaft ist in der gleichen Zeit von rund 300 Millionen Euro auf über 1,3 Milliarden Euro gestiegen. Mit knapp 1,7 Milliarden Euro liegt die Volksbank Dreieich über dem Bundesdurchschnitt. „Als Regionalbank vor Ort haben wir eine ausgeprägt dezentrale Struktur, in der sich die Vielfalt unseres Marktgebietes widerspiegelt“, erläutert Vorstandsvorsitzender Stephan M. Schader von der Volksbank Dreieich. „Gemeinsam mit der durch ihre mehr als 150jährige Tradition tief verwurzelte Raiffeisenbank Bieber wollen wir für die Mitglieder und Kunden in Bieber Brücken bauen zwischen digitaler Welt und Heimat. Modernes genossenschaftliches Bankgeschäft muss persönlich und digital sein“, betont Schader die gemeinsame Überzeugung.

Zwischen beiden Banken besteht Einvernehmen, dass die vertrauten Ansprechpartner für die Firmen- und Privatkunden erhalten bleiben sollen. Im Zuge dessen würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bieber eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2026 erhalten. Die Fusion soll auch der Arbeitgeberattraktivität zu Gute kommen: Verbesserte Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Gesundheits- management und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind dabei wesentliche Zielgrößen. Der Erhalt des Standortes Bieber wäre für mindestens 10 Jahre garantiert – dies entgegen dem Trend bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken, die im Jahr 2000 bundesweit noch auf 19.000 Zweigstellen kamen und inzwischen bei unter 9.000 liegen. „Zusammen mit der Volksbank Dreieich erreichen wir eine zukunftsfähige, aber zugleich für die Menschen überschaubare Größenordnung. Damit können wir die Ortsbank für Bieber bleiben: Mit hoher persönlicher Bindung, menschlicher Zuwendung und ausgeprägter lokaler Präsenz“, ist Uhlein überzeugt. „Zugleich garantiert die Position als Regionaldirektion, dass unsere Leistungen entsprechend den Anforderungen des Bankgeschäfts der Zukunft weiterentwickelt werden.“

Eigenständige Beratungscenter wurden in den letzten 13 Jahren bereits in Sprendlingen, Langen, Dietzenbach und Neu-Isenburg an Standorten ehemals selbstständiger Ortsbanken erfolgreich etabliert. Zuletzt kam 2018 Eppertshausen hinzu. Die Kunden in Bieber werden von einer Erweiterung des Beraterteams, mehr Spezialisierung und weiterhin hohen Entscheidungskompetenzen wie auch schnelleren Entscheidungsprozessen profitieren. Zudem ist für den Standort Bieber ein Investitionsvolumen von ca. 800 Tausend Euro vorgesehen.

Die 1.917 Mitglieder in Bieber können mit besonderen Vorteilen ihrer Beteiligung an der Genossenschaftsbank rechnen. Vorstandsmitglied Jens Prößer aus Dreieich: „Durch unseren Mitgliederbonus wird eine Dividende von bis zu 13 Prozent ermöglicht. Darüber hinaus partizipieren die Eigentümer der Bank an Mitgliederreisen sowie Produktvergünstigungen unter anderem für Dispo-Zins und Kreditkarte. Speziell für Bieber planen wir eine regionale Mitgliederveranstaltung als Plattform für Begegnung, Austausch und Partizipation.“

Zwei der Aufsichtsratsmitglieder aus Bieber sollen in den aktuell 8-köpfigen Aufsichtsrat der gemeinsamen Bank einziehen. Während Stephan M. Schader (Vorsitzender) und Jens Prößer den Vorstand bilden, würde Karlo Uhlein weiterhin am Standort Offenbach-Bieber als verantwortlicher Bereichsvorstand für den Regionalmarkt Bieber fungieren. Uhlein`s Vorstandskollege Gerhard Krocker wird planmäßig in den Ruhestand treten. Die Nachfolgerin im Vorstandsteam, Frau Heike Knapp, wird zukünftig als Generalbevollmächtigte und Prokuristin im gemeinsamen Institut agieren.

Die geschlossene Kooperationsvereinbarung betrifft auch Felder wie Schulungs- und Informationsveranstaltungen für die Mitarbeitenden oder gemeinschaftliche Marketingstrategien. Sie soll ab sofort eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zur Vorbereitung der Verschmelzung ermöglichen. Geplant sind auch eine ganze Reihe von Informationsangeboten zur Fusion. Ziel ist, damit den Mitgliedern eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Beschlussfassung zu geben. Diese soll bei der Generalversammlung in Bieber bzw. der Vertreterversammlung in Dreieich im nächsten Jahr fallen. Ziel der Vorstände beider Häuser ist, möglichst bald einen Verschmelzungsvertrag abzuschließen. Rechtzeitig für die Beschlussfassung der Mitglieder wird auch das vom Umwandlungsgesetz vorgeschriebene Verschmelzungsgutachten des gesetzlichen Prüfungsverbandes vorliegen.

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